
Welcher Abfluss steht – und was das verrät
In Münchner Küchenleitungen sammelt sich eine zähe Mischung aus Fett, Spülmittelresten und Kalk, denn das M-Wasser der Stadtwerke kommt mit rund 15,8 °dH aus dem Hahn und gilt als hart. Fett, das warm in den Ausguss läuft, erstarrt wenige Meter weiter im kühlen Rohr und bindet dort jeden Kaffeesatz. Im Bad sind es Haare und Seifenreste, die sich im Siphon oder direkt hinter dem Ablaufventil verfilzen. Beim WC stecken fast immer Feuchttücher, Hygieneartikel oder Katzenstreu dahinter – Dinge, die sich anders als Toilettenpapier nicht auflösen.
Ein nützlicher Hinweis ist, ob nur ein Abfluss betroffen ist oder gleich mehrere. Läuft das Waschbecken schlecht ab, während Dusche und WC normal funktionieren, sitzt der Pfropf nah an der Armatur. Gurgelt dagegen die Dusche, sobald die Toilette gespült wird, oder steigt im Keller Wasser aus dem Bodenablauf, liegt die Störung tiefer: im Fallstrang, in der Grundleitung unter der Bodenplatte oder im Anschlusskanal zur Straße.
Was Sie gefahrlos selbst versuchen können
- Saugglocke: Überlauf mit einem feuchten Lappen zuhalten, Glocke satt aufsetzen, mehrmals kräftig pumpen. Das funktioniert bei Waschbecken, Dusche und WC gleichermaßen.
- Siphon abschrauben: Eimer unterstellen, Überwurfmuttern von Hand lösen, Geruchsverschluss ausleeren und ausspülen. Dichtungen beim Zusammenbau wieder richtig einlegen – bei alten Messingsiphons in Gründerzeithäusern der Maxvorstadt oder in Haidhausen können sie spröde sein.
- Haarsieb und heißes Wasser: Ein Sieb im Duschablauf verhindert den nächsten Filz; ein Topf heißes, nicht kochendes Wasser löst frisches Fett in der Küche, bevor es sich festsetzt.
Nicht hilfreich und oft schädlich sind chemische Rohrreiniger. In alten Guss-Fallrohren und Steinzeug-Grundleitungen, wie sie in Münchner Altbauten noch häufig liegen, greifen sie das Material an, und wenn sie nicht wirken, steht das aggressive Gemisch im Rohr – dort muss der Partnerbetrieb es später herausholen. Druckluftgeräte aus dem Baumarkt können spröde Verbindungen aufdrücken, und Drahtkleiderbügel beschädigen Siphon und Rohrwand.
Wenn es tiefer sitzt: Grundleitung und Anschlusskanal
Die Münchner Stadtentwässerung betreibt ein Kanalnetz, das dem natürlichen Gefälle von Süden nach Norden folgt. Die Leitung vom Haus bis zum städtischen Kanal gehört jedoch nicht der Stadt, sondern zählt zur privaten Grundstücksentwässerung – Eigentümer müssen sie dicht und wurzelfest halten und sie bei einfacher Wohnbebauung alle 20 Jahre auf Dichtheit prüfen lassen. In den Gartenstadtlagen von Trudering, in Solln oder Obermenzing sind eingewachsene Wurzeln alter Bäume ein klassischer Grund für Verstopfungen, die immer wiederkehren. In Mehrfamilienhäusern mit sechs Geschossen setzen sich die Fallstränge zu, wenn über Jahrzehnte Fett und Kalk die Querschnitte verengen.
Hier hilft nur Technik: Eine elektrische Spirale fräst den Pfropf heraus, eine Hochdruckspülung räumt Fett und Ablagerungen von der Rohrwand, und eine Kamerabefahrung zeigt, ob Wurzeln, Risse oder ein Versatz die Ursache sind. Erst mit diesem Bild lässt sich entscheiden, ob eine Reinigung reicht oder ob saniert werden muss.
Seibel365 ist kein Handwerksbetrieb vor Ort, sondern vermittelt Ihnen einen Rohrreinigungsbetrieb aus dem Partnernetzwerk, der in München und dem Umland unterwegs ist. Was der Einsatz kostet, bespricht der Betrieb mit Ihnen, bevor er mit der Arbeit beginnt. Mehr zu den Methoden finden Sie unter Rohrreinigung in München.
