
Woher der Kalk im Münchner Wasser kommt
Münchens Trinkwasser ist Grundwasser, das die Stadtwerke zu rund drei Vierteln im Mangfalltal am Taubenberg, zu etwa 15 Prozent im Loisachtal und zu einem kleinen Teil aus Brunnen in der Münchner Schotterebene fördern. Es wird nicht gechlort und im Normalfall nicht aufbereitet – auf seinem Weg durch kalkhaltigen Untergrund hat es aber reichlich Calcium und Magnesium aufgenommen. Das Ergebnis: eine Gesamthärte von 15,8 °dH, Härtebereich „hart“. Je nach Versorgungszone schwankt der Wert etwas, im Umland liegt er oft noch höher – Germering und Fürstenfeldbruck nennen 20 °dH, Erding bis 21, Freising 19,4. Wer in Unterhaching wohnt, bekommt seit 1972 dasselbe M-Wasser wie die Stadt.
Wo sich die Härte bemerkbar macht
Kalk fällt vor allem dort aus, wo Wasser erwärmt wird oder verdunstet. Die Reihenfolge, in der Münchner Haushalte das zu spüren bekommen:
- Durchlauferhitzer und Boiler: Auf Heizwendel und Heizblock wächst eine Kalkschicht, die Gerät und Stromverbrauch belastet; irgendwann schaltet der Erhitzer wegen Überhitzung ab oder liefert nur noch lauwarm.
- Thermen und Wärmetauscher: Bei Kombithermen verengt sich der Plattenwärmetauscher, der Warmwasserdurchfluss sinkt, die Therme taktet.
- Perlatoren, Duschköpfe, Brauseschläuche: Der Strahl wird schief oder dünn – das erste sichtbare Zeichen, meist lange vor jedem Geräteschaden.
- Spülkasten und Armaturen: Kalk am Dichtsitz lässt den Kasten nachlaufen, in Thermostatkartuschen blockiert er den Regelkolben.
- Waschmaschine und Geschirrspüler: Heizstäbe verkalken; die Waschmitteldosierung für hartes Wasser steht auf der Packung und ist in München die richtige.
In den Altbauten von Haidhausen, Giesing oder der Maxvorstadt kommt ein zweiter Effekt hinzu: In alten verzinkten Steigleitungen verbinden sich Kalk und Rost zu einer Kruste, die den Querschnitt verengt. Schwacher Druck im obersten Stock und bräunliches Wasser nach dem Urlaub sind typische Symptome.
Entkalken, ohne etwas kaputt zu machen
Zitronensäure ist das Mittel der Wahl – nicht Essig oder Essigessenz, die Gummidichtungen, Chrom und Messing angreifen. Perlatoren und Duschköpfe abschrauben, in lauwarmer Zitronensäurelösung über Nacht einlegen, abspülen, fertig. Bei Durchlauferhitzern und Thermen gehört die Entkalkung in die Hand eines Fachbetriebs, weil dafür Wärmetauscher ausgebaut oder mit einer Pumpe durchspült werden. Beim Warmwasserspeicher ist die Temperatur ein Zielkonflikt: Je heißer, desto mehr Kalk fällt aus – aus hygienischen Gründen darf die Speichertemperatur trotzdem nicht dauerhaft gesenkt werden.
Enthärtungsanlage: lohnt sich das?
Die Stadtwerke raten davon ab, das Kaltwasser im Haus zu enthärten: Trinkwasser soll so ankommen, wie es gefördert wird, und Ionentauscher brauchen Salz, Wartung und Hygienekontrollen, sonst werden sie selbst zum Keimherd. Sinnvoll kann eine Anlage sein, die nur den Warmwasserstrang versorgt, oder ein Schutz direkt vor dem Durchlauferhitzer. In Mehrfamilienhäusern entscheidet darüber der Eigentümer oder die Eigentümergemeinschaft, nicht der einzelne Haushalt. Ein weiterer Punkt in München: Der Netzdruck liegt zwischen 3 und 7 bar; ein Druckminderer schont Armaturen und Geräte unabhängig vom Kalk.
Wenn ein Durchlauferhitzer streikt oder eine Thermostatarmatur nicht mehr regelt, vermittelt Seibel365 Ihnen einen Installateurbetrieb aus dem Partnernetzwerk, der in München arbeitet. Die Kosten für Entkalkung oder Austausch klärt der Betrieb mit Ihnen vor Beginn. Mehr dazu auf der Seite Klempner für München.
