
Wo es in München zuerst friert
Mit einem Januarmittel von 1,9 °C und dem Ruf als schneereichste deutsche Großstadt hat München Winter, die Leitungen ernsthaft gefährden. Besonders betroffen sind die höher gelegenen Südbezirke – Solln und der Forstenrieder Park erreichen 580 Meter – und das Umland Richtung Alpen, etwa Holzkirchen auf rund 670 Metern. Frost trifft dabei nicht die beheizte Wohnung, sondern die vergessenen Ecken:
- Außenwasserhähne und Gartenleitungen an Einfamilienhäusern in Trudering, Waldperlach oder Harlaching;
- Leitungen in ungedämmten Dachgeschossen der Gründerzeithäuser, wo die Steigleitung bis unter das Dach führt;
- Garagen und Nebengebäude mit Wasseranschluss;
- Keller mit gekippten Fenstern, durch die kalte Luft direkt auf die Wasseruhr fällt;
- leerstehende Wohnungen und unbeheizte Zweitwohnungen.
Vorsorge, solange der Boden noch weich ist
Im Herbst den Außenhahn innen absperren, außen öffnen und die Leitung leerlaufen lassen; Gartenschlauch und Bewässerungsautomat abnehmen. Kellerfenster schließen und die Wasseruhr bei Bedarf mit einer Dämmhaube schützen. Freiliegende Leitungen in Dachboden oder Garage mit Rohrisolierung ummanteln – wenige Meter Material reichen oft. Bei Abwesenheit im Winter die Heizung in allen Räumen auf niedriger Stufe laufen lassen, auch im Gästezimmer und im Bad an der Nordseite; die Frostschutzstellung am Thermostat schützt den Heizkörper selbst, nicht die Wasserleitung in der Außenwand dahinter. Wer über Wochen weg ist, dreht den Haupthahn zu und entleert die Leitungen oder bittet jemanden, regelmäßig nach Heizung und Keller zu sehen. Hausverwaltungen sollten vor dem ersten Frost Gemeinschaftsgaragen, Außenzapfstellen und leerstehende Einheiten durchgehen.
Leitung eingefroren – was jetzt zu tun ist
- Haupthahn schließen. Ein Rohr, das beim Gefrieren gerissen ist, zeigt das erst, wenn das Eis taut. Erst absperren, dann auftauen.
- Hahn hinter der Eisstelle öffnen, damit schmelzendes Wasser und Druck entweichen können.
- Raum erwärmen: Heizung hoch, Türen zum beheizten Bereich auf, Heizlüfter mit Abstand aufstellen.
- Wärme von außen, Richtung Eis vorarbeiten: Föhn, in heißes Wasser getauchte Tücher oder ein elektrisches Heizkissen – immer von der Armatur aus zur Eisstelle hin, damit das Wasser abfließen kann.
- Kein offenes Feuer, kein Gasbrenner, keine Heißluftpistole an Kunststoffrohren oder in der Nähe von Dämmung; keine Elektrogeräte in Pfützen.
- Nach dem Auftauen beobachten: Druck prüfen, Verbindungen und Wände auf Feuchte kontrollieren, einige Tage lang hinschauen.
Steckt das Eis in der Wand oder unter dem Estrich, ist Selbsthilfe am Ende: Dort kann nur ein Fachbetrieb mit Thermografie und Auftaugerät arbeiten, ohne Schäden zu riskieren. Ist die Leitung bereits geplatzt, gilt die Reihenfolge aus dem Artikel Rohrbruch – erste Schritte.
Seibel365 vermittelt Ihnen für eingefrorene oder geplatzte Leitungen einen Installateurbetrieb aus dem Partnernetzwerk, der im Münchner Stadtgebiet und im Umland arbeitet; der Betrieb nennt Ihnen die Kosten, bevor er loslegt, und Sie beauftragen ihn direkt. Ist bereits Wasser ausgetreten, finden Sie die nächsten Schritte unter Wasserschadenhilfe für München.
