
Erst eingrenzen: ein Heizkörper oder die ganze Wohnung?
Bleibt nur ein einzelner Heizkörper kalt, ist die Anlage meist in Ordnung. Dann klemmt entweder der Stift des Thermostatventils – nach dem Sommer ein Klassiker, der sich durch Abnehmen des Thermostatkopfs und vorsichtiges Lockern des Stifts beheben lässt – oder Luft steht im Heizkörper. Gluckern und ein oben kalter, unten warmer Heizkörper sprechen dafür; Entlüftungsschlüssel, Becher und Lappen reichen. Sind alle Heizkörper kalt, lohnt der Gang zur Anlage.
Zentralheizung und Gastherme: fünf Blicke, bevor Sie anrufen
- Betriebsart und Zeitprogramm: Steht die Regelung noch auf Sommer, Absenkung oder Urlaub? Nach Stromausfällen springen manche Regler auf Werkseinstellung zurück.
- Display und Störcode: Jede Anzeige notieren oder fotografieren, bevor Sie etwas drücken. Ein einmaliger Reset ist erlaubt; wiederholtes Entstören überdeckt die Ursache und kann den Brenner verriegeln.
- Anlagendruck: Das Manometer sollte im grünen Bereich stehen, bei Wohnhäusern meist zwischen einem und zwei bar. Darunter geht die Therme auf Störung. Nachfüllen nur, wenn Sie den Füllhahn kennen und die Anleitung vorliegt.
- Umwälzpumpe: Ein leises Surren und ein handwarmes Gehäuse heißen, dass sie läuft. Stumm und kalt trotz Wärmeanforderung: wahrscheinlich die Ursache.
- Versorgung: Sicherung der Heizung, Stellung des Gashahns an der Therme – nur nachsehen, nicht selbst öffnen, ein geschlossener Hahn hat meist einen Grund –, bei Ölheizungen der Tankstand.
In den Gründerzeithäusern von Haidhausen, Giesing oder der Isarvorstadt heizen viele Wohnungen mit einer eigenen Gastherme als Etagenheizung. Dort gilt dieselbe Liste, nur hängt die Anlage in Küche oder Bad. Riecht es nach Gas, bricht die Prüfung ab – dann ist nicht der Heizungsbauer gefragt, sondern der Gasnetzbetreiber; was dann zu tun ist, steht im Artikel Gasgeruch richtig handeln.
Fernwärme: Übergabestation im Keller
Ein großer Teil der Münchner Innenstadt hängt an der M-Fernwärme der Stadtwerke – Altstadt, Lehel, Maxvorstadt, Isarvorstadt, Haidhausen, Schwabing, Neuhausen, Sendling und Obergiesing ebenso wie die Heizwassernetze in Perlach, Freimann, Riem und Freiham. Hier gibt es keinen Brenner, sondern eine Übergabestation, in der die Wärme aus dem Netz per Wärmetauscher an die Hausanlage übergeben wird. Die Grenze ist klar gezogen: Für das Netz bis zur Übergabe sind die Stadtwerke zuständig, für die Station und alles dahinter – Pumpen, Regelung, Heizkreise – der Eigentümer mit seinem Heizungsbauer. Sind auch die Nachbarhäuser kalt, liegt es am Netz; ist nur Ihr Haus betroffen, an der Hausanlage.
Eine Besonderheit innerhalb des Mittleren Rings: Das alte Dampfnetz wird bis 2033 auf Heizwasser umgestellt, dabei werden die Übergabestationen in den Gebäuden getauscht. Nach einem solchen Umbau sind Regelparameter manchmal noch nicht sauber eingestellt – Heizkurve und Pumpenstufe prüfen lassen, bevor man von einem Defekt ausgeht.
Wann der Heizungsnotdienst dran ist
Bleibt die Wohnung im Winter trotz aller Checks kalt, leben kleine Kinder, ältere oder kranke Menschen im Haushalt oder droht Frost in den Leitungen, ist es ein Fall für den Heizungsnotdienst in München. Mieterinnen und Mieter melden den Ausfall zuerst der Hausverwaltung, die für die Zentralanlage zuständig ist; ist sie nicht erreichbar, hilft die Vermittlung. Seibel365 organisiert einen Heizungsbetrieb aus dem Partnernetzwerk, der in München und im Umland unterwegs ist, und der Betrieb bespricht die Kosten mit Ihnen, bevor er mit der Entstörung beginnt. Details unter Heizungsnotdienst für München.
